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Was sich die Berufstätigen von der Politik erhoffen

Viele Menschen machen auch die Wohnungspolitik der vergangenen Jahre verantwortlich für den Mangel an bezahlbarem Wohnraum in den Metropolen. 90 Prozent der Berufstätigen sprechen sich für eine stärkere Ausrichtung der Wohnungsbauprogramme auf Haushalte mit kleinen bis mittleren Einkommen aus, um Fachkräfte zu halten. 88 Prozent befürworten die Umwandlung ungenutzter Büroflächen in Wohnraum.

Und die Berufstätigen haben weitere Vorschläge, wie die neue Bundesregierung das Problem in den Griff bekommen könnte: Rund 80 Prozent befürworten die Verschärfung der Mietpreisbremse und die steuerliche Absetzbarkeit von Mietkosten. Ebenso viele plädieren für den Ausbau von Pendelstrecken und halten es für sinnvoll, das Deutschlandticket beizubehalten und preislich wieder attraktiver zu gestalten.

Was Unternehmen tun können: Betriebswohnungen und Homeoffice

Die Beschäftigten sehen aber auch die Unternehmen am Zug: Ein Mietzuschuss oder die Ãœbernahme von Fahrtkosten wären für 85 bzw. 81 Prozent der Befragten die besten Maßnahmen, um Fachkräfte trotz hoher Mieten in Ballungsräumen zu halten. 79 Prozent sprechen sich dafür aus, dass Unternehmen ihren Angestellten Betriebswohnungen zur Verfügung stellen. Große Arbeitgeber in besonders betroffenen Metropolen – beispielsweise die Stadtwerke ²Ñü²Ô³¦³ó±ð²Ô und die Berliner Charité – gehen mit gutem Beispiel voran und bieten einem Teil ihrer Angestellten Betriebswohnungen an. Insbesondere bei der Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland wird es immer wichtiger, Wohnungen bereit zu stellen.

Für Fachkräfte, die nicht zwingend vor Ort sein müssen, sind großzügige Homeoffice-Angebote hilfreich: 80 Prozent befürworten, dass Arbeitgeber die Homeoffice-Ausstattung finanzieren und Remote-Work forcieren. Für einen Großteil der Befragten ist die Arbeit vom heimischen Schreibtisch bereits Teil der Lösung: So sagen 70 Prozent der Berufstätigen, dass die Arbeit von zu Hause es ihnen ermöglicht, in einer günstigeren Gegend zu wohnen und trotzdem für den aktuellen Arbeitgeber zu arbeiten.

Weitere Ergebnisse im Ãœberblick

Wie gut gelingt es Berufstätigen, an eine passende Wohnung zu kommen?

Wer in einer deutschen Großstadt auf der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung ist, braucht entweder Glück oder ein sehr gutes Einkommen. Neun von zehn Berufstätigen sind der Meinung, dass es in den Metropolen reine Glückssache ist, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Rund acht von zehn Großstadtbewohner:innen finden, dass sich in den Städten eigentlich nur noch Topverdienende eine Wohnung leisten können. Hier zeigen sich große Unterschiede zwischen den einzelnen Metropolen: Während in ²Ñü²Ô³¦³ó±ð²Ô 86 Prozent der Aussage zustimmen, sind es in Essen nur 63 Prozent.

Wie optimistisch sind die Berufstätigen, dass sich die Situation entspannt?

Die große Mehrheit der Befragten ist pessimistisch, was die Entwicklung auf dem Mietmarkt angeht: Neun von zehn Befragten glauben, dass die Mieten in den nächsten fünf Jahren weiter steigen werden. Besonders düster sieht man die Lage in Hamburg: Dort rechnen 94 Prozent mit steigenden Mieten. Von einem wachsenden Wohnraumangebot geht immerhin ein Drittel der Berufstätigen aus. Ebenso viele befürchten aber, dass das Angebot sinken wird.

Was spielt bei einem jobbedingten Umzug die größte Rolle?

Wenn es um einen berufsbedingten Umzug geht, ist für viele Menschen die Länge des Arbeitsweges ein entscheidender Faktor (44 Prozent). Das Hauptargument ist jedoch, ob es am neuen Arbeitsort bezahlbare Wohnungen gibt (58 Prozent). Vier von zehn Berufstätigen schauen bei der Jobsuche auch genau hin, wie hoch die Kosten für Wohneigentum am Standort des künftigen Arbeitsplatzes sind und wie es um das Angebot an freiem Wohnraum sowie die Qualität der verfügbaren Wohnungen bestellt ist.

Wie gut sind die Jobmöglichkeiten in den Ballungsgebieten?

Viele Menschen zieht es in die Städte, weil sich dort die besseren Chancen auf dem Arbeitsmarkt ergeben. In der Umfrage bewerten die Stadtbewohner:innen die Jobmöglichkeiten in den einzelnen Regionen entsprechend positiv. Besonders ²Ñü²Ô³¦³ó±ð²Ô und Hamburg bieten Fachkräften gute Perspektiven: Dort schätzen 92 Prozent der Befragten ihre Jobmöglichkeiten als positiv ein. Aber auch rund 80 Prozent der Befragten aus Essen, Hannover und Bremen sehen in ihrer Region gute berufliche Möglichkeiten.

Wer trägt die Schuld an der Misere auf dem Wohnungsmarkt?

Viele Menschen machen die verfehlte Wohnungspolitik der vergangenen Jahre verantwortlich für den Mangel an bezahlbarem Wohnraum in den Metropolen: Fast jede:r Zweite ist der Meinung, die Politik habe zu spät auf das Problem reagiert und die öffentliche Hand kümmere sich zu wenig um den sozialen Wohnungsbau. Aber auch die Gentrifizierung und die Fokussierung auf das Luxussegment ist für 41 Prozent der Befragten ein Problem.

„Bei den Befragten gibt es nicht nur eine deutliche Erwartungshaltung an die Politik und öffentliche Hand, sondern auch konkrete Vorstellungen, welche Maßnahmen rund um das Thema Wohnen notwendig wären. Dazu gehören zum Beispiel auch lebenswerte Städte.“

Thomas Veith,Leiter Real Estate Â鶹ÊÓƵ Global und Â鶹ÊÓƵ Deutschland

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Studie: Wohnungsnot in deutschen Großstädten und die Folgen für den Arbeitsmarkt

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Die Methodik

Für die Studie wurden 4.000 Berufstätige zwischen 18 und 65 Jahren aus zwölf deutschen Großstädten mit mehr als 500.000 Einwohner:innen (Berlin, Bremen, ¶Ùü²õ²õ±ð±ô»å´Ç°ù´Ú, Essen, Frankfurt, Hamburg, Hannover, °­Ã¶±ô²Ô, Leipzig, ±·Ã¼°ù²Ô²ú±ð°ù²µ, Stuttgart und ²Ñü²Ô³¦³ó±ð²Ô) im Auftrag von Â鶹ÊÓƵ befragt.

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Prof. Dr. Bernd Roese

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Leitungsteam Familienunternehmen und Mittelstand und Standortleiter Frankfurt, Â鶹ÊÓƵ Germany

Tel.: +49 69 95850

Thomas Veith

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Partner, Leiter Real Estate Â鶹ÊÓƵ Global, Â鶹ÊÓƵ Germany

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